Snues A. Voegelin
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Musik als Inspirationsquelle

Der Künstler Snues A Voegelin lässt sich in seinen Bildern von der Musik und der Literatur inspirieren. Der künstlerischen Umsetzung gehen intensive Recherchen voraus.

Basler Zeitung, Freitag, 18. Juni 1999

ras. Snues A. Voegelin geht nicht einfach in die Natur und malt Landschaften. Er holt sich auch keine Modelle in sein Ateher in Riehen. Der Künstler setzt in seinen Bildern Vorlagen aus der Musik und der Literatur um. «Poesie und Musik haben in meiner Arbeit immer schon eine grosse Rolle gespielt» erklärt der 46jährige.

Doch es ist nicht so, dass Voegelin nun einfach ein Musikstück laufen lässt end dazu ein Bild malt. Seinen Arbeiten gehen intensive, oft jahrelange Studienphasen voraus. «Es geht soweit, dass ich musikwissenschaftliche Studien betreibe, bevor ich überhaupt zu malen beginne."

So hat er beispielsweise 1996 den Komponisten Wolfgang Rihm an einer Tagung im Paul-Sacher-lnstitut erlebt und war sofort fasziniert. Diese Begegnung hat ihn zu einer Auseinandersetzung mit dem Schaffen Rihms bewegt. Daraus ist in diesem Jahr der «Wolfgang-Rihm-Zyklus» entstanden, der noch bis Ende Juli in der Zürcher Galerie Annamarie M. Andersen zu sehen ist.

Voegelin hat sich aber auch durch andere Komponisten und Musiker inspirieren lassen. So beispielsweise durch den Riehener Komponisten Jacques Wildberger, Philippe Glass oder Gianna Nannini. In anderen Bildern sind es literarische Vorlagen, die ihn zu seinen Werken angeregt haben.

Als nächstes plant Snues Voegelin einen Studienaufenthalt in Venedig, wo er sich mit dem Werk «Prometeo» von Luigi Nono beschäftigen möchte. «Gegenwartskomponisten faszinieren mich im Moment wahnsinnig und bei Nono spüre ich Farben, die ich aber in Venedig selber erleben muss.» Nach ersten Studien noch in diesem Jahr möchte er denn ein Jahr später an Ort und Stelle einen Zyklus über Nonos «Prometeo» erarbeiten.

Snues A. Voegelin arbeitet seit seinem zwanzigsten Lebensjahr als freischaffender Künstler. Vorher und auch später wieder absolvierte er verschiedene Kurse an der Basler Kunstgewerbeschule. Gerne besuchte er die Jugendkonzerte von Paul Sacher, die ihm die Welt der zeitgenössischen Musik eröffneten. Verschiedene Auslandsaufenthalte prägten seinen Werdegang, doch er ist immer wieder in seine Heimat zurückgekommen. «Auf meinen Reisen habe ich gemerkt, dass Basel zwar keine Weltstadt, aber eine Stadt von Welt ist.»

Voegelin ist ein eigenwilliger Künstler, der konsequent seinen eigenen Weg geht. "Ich habe mich nicht an Vorbildern oder Tendenzen orientiert, sondern mich immer am eigenen Schaffen geschult», sagt er. Seit 1980 sind seine Arbeiten in mehreren Gruppen- und Einzelausstellungen zu sehen gewesen.

Unter dem Titel »Musik unter Bildern» findet morgen Samstag in der Orangerie im Sarasin-Park in Riehen eine Ausstellung mit Werken zum Rihm-Zyklus statt. Diese Ausstellung sowie Voegelins Atelier an der Rössligasse 59 in Riehen können ab 16 Uhr frei besucht werden.

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